Kenya

Kenia: Regenwassertanks nehmen Kindern in Lamu die Wasserlast von den Schultern

In Lamu West mussten Kinder jeden Morgen Wasser mitbringen oder Geld dafür zahlen. Drei große Regenwassertanks an der Pangani Comprehensive School machen sauberes Wasser wieder zu etwas Normalem.

Jeden Morgen kamen die Kinder der Pangani Comprehensive School in Lamu West mit drei Litern Wasser in der Hand zur Schule. Wer kein Wasser tragen konnte, brachte Geld mit, um welches zu kaufen. Das Wasser wurde pro Klasse in einen einzigen Behälter gegossen und dann über den Tag verteilt rationiert. Niemand konnte sicher sein, woher es kam und ob es sauber war. In einem Schulalltag, der eigentlich um Lernen kreisen soll, wurde Wasser zur heimlichen Hauptaufgabe.

Dabei hatte die Schule sogar ein Bohrloch. Nur war das Wasser zu salzig zum Trinken und Kochen. In der Umgebung lebten viele Familien von Regenauffangstellen und weiteren Bohrlöchern. Als die Regenzeiten unzuverlässiger wurden und eine Dürre einsetzte, trockneten Auffangstellen aus und Pegel sanken. Wasser wurde zu einer täglichen Verhandlung zwischen Entfernung, Kosten und Risiko. Wer Wasser organisieren muss, organisiert weniger Ruhe.

Die Kenya Red Cross Society beschreibt, dass sich das im Juni 2024 für Pangani änderte. Im Rahmen eines Projekts mit WWF Nature Based Solutions bekam die Schule drei Regenwassertanks mit jeweils 10.000 Litern. Vier weitere Schulen im County Lamu erhielten ähnliche Installationen. Es ist kein spektakulärer Bau. Es ist ein Dach, das Regen auffängt, und ein Speicher, der ihn hält. Aber genau das macht aus einem seltenen guten Tag eine verlässliche Struktur.

Die Tanks sammeln Wasser vom Schuldach. Bevor es genutzt wird, wird es getestet und von Gesundheitsbehörden des Countys freigegeben. Während der Schulzeit bekommen Schülerinnen und Schüler Wasser über Zapfhähne, die kontrolliert werden. Das Wasser wird abgekocht, dann dient es zum Trinken, Kochen der Schulmahlzeiten, Händewaschen und Reinigen. Die Kinder bringen kein Wasser mehr mit. Dieser eine Satz hat Gewicht, weil er für hunderte kleine Rücken jeden Morgen Gewicht wegnimmt.

Und die Wirkung endet nicht am Schultor. Menschen aus der Umgebung können über die Schulleitung oder den Wachmann Zugang erhalten und Wasser für ein oder zwei Tage holen. Am Wochenende ist ein Wächter vor Ort, der Zugang regelt und das System schützt. Es ist keine offene Entnahmestelle. Es ist eine Antwort, die sich nach Bedarf richtet. Gerade dadurch wird das Wasser nicht nur verteilt, sondern erhalten.

Die Tanks sind auch eine Anpassung an veränderte Regenmuster. Wenn Regen fällt, wird er genutzt. Wenn er ausbleibt, bleibt zumindest ein Puffer. Acht Monate nach der Installation, schreibt die Kenya Red Cross Society, ist der Unterschied sichtbar. Kinder kommen ohne Wasserlast. Familien haben eine Sorge weniger. Das klingt klein. In Wirklichkeit ist es Alltag, der wieder atmen kann.

Sources

  1. https://redcross.or.ke/rainwater-tanks-bring-clean-water-to-lamu-school/
  2. https://redcross.or.ke/impact-stories/