Uganda

Uganda: Evaline unterrichtet, wie man bleibt, auch wenn es schwer ist

In Karamoja steht Lehrerin Evaline Akello jeden Morgen vor einer Klasse mit über 2.000 Kindern. Sie kennt Hunger und Vertreibung aus eigener Kindheit und wird heute zur ruhigen Konstante für eine ganze Schule.

Wenn in Karamoja der Morgen anbricht, beginnt der Schultag nicht mit einem Gong, sondern mit Bewegung. Kinder laufen über staubige Wege zur Pajar Primary School im Nordosten Ugandas. Viele kommen von weit her. Für mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler gehören warme Mahlzeiten zum Schultag, die über ein Programm der Regierung und des World Food Programme ankommen. Essen hält Anwesenheit stabil. Aber das, was Lernen wirklich trägt, sind Menschen, die bleiben. Genau so beschreibt WFP die Lehrerin Evaline Akello.

Akello unterrichtet Englisch. Sie wirkt wie eine ruhige Mitte in einer Region, die oft keine Mitte hat. Ihr eigenes Leben ist eng und weit zugleich. WFP schreibt, dass sie allein lebt, während ihre fünf Kinder bei der Großmutter wohnen, acht Stunden Fahrt entfernt. Sie sieht sie in den Ferien. Das ist kein Opfer, das man in einem Satz abhaken kann. Es ist der Preis dafür, dass jeden Tag Unterricht stattfindet.

Akellos Geschichte beginnt nicht in einem Klassenzimmer, sondern in einem Lager. Als Jüngste von zehn Kindern wuchs sie in den späten 1990er Jahren während eines bewaffneten Aufstands auf. Unsicherheit zwang ihre Familie für fast ein Jahrzehnt in ein Camp für Vertriebene. Dort wurden Schulspeisungen für sie zur täglichen Basis. Gleichzeitig gab es Erwartungen an Mädchen: kochen, Wasser holen, Haushalt, früh heiraten. Akellos Mutter widersprach. Sie war selbst Lehrerin und nutzte ihr kleines Gehalt, um Evaline in der Schule zu halten, auch als der Vater nicht mitziehen wollte. So entstehen Lebensläufe, die später andere tragen.

Heute steht Akello vor Kindern, die mit ähnlichen Hürden kämpfen. In Karamoja steigt der Druck aus vielen Richtungen: Armut, lange Wege, unsichere Ernährung. WFP beschreibt, dass Schulspeisungen in der Region Einschulung und Anwesenheit deutlich erhöht haben. In dieser Dynamik ist Akello nicht nur Wissensvermittlerin. Sie ist Vorbild und Orientierung. Eine Bewohnerin, Dorothy Adong, sagt laut WFP, Lehrkräfte seien respektiert, weil sie Kinder nicht nur Wissen lehren, sondern für ein gutes Leben anleiten.

Das klingt groß, aber es zeigt sich im Kleinen. Im Ton, in dem jemand ein Heft korrigiert. In der Art, wie eine Lehrerin einen Namen kennt. In der Tatsache, dass jemand morgens wirklich da ist. HumanTraceWorld sucht genau diese stillen Strukturen. Akello ist keine Schlagzeile. Sie ist eine Person, die aus eigener Vergangenheit ein Versprechen gemacht hat: Dass Schule ein Ort bleibt, an dem Zukunft wieder erlaubt ist.

Sources

  1. https://www.wfp.org/stories/teacher-once-received-wfp-school-meals-now-shes-inspiring-ugandas-next-generation