Lekanai ist eines der kleinsten Dörfer auf Gau, der fünftgrößten Insel Fidschis. Rund hundert Menschen leben hier. Die nächste weiterführende Schule ist in Nawaikama, am anderen Ende der Insel. Was man braucht, muss man entweder selbst herstellen oder von außerhalb holen. In diesem Kontext hat sich etwas verändert, das nicht nach Schlagzeile klingt, aber nach Struktur.
Vierundzwanzig Frauen haben die Miramira ni Savura Lele Women’s Cooperative gegründet. Die Gruppe arbeitet seit Jahren zusammen, zuerst beim Mattenweben, dann in der Hühnerhaltung. Im November wurde die Kooperative offiziell registriert. Tirisa Maibau, die Vorsitzende, sagt: Mit der Registrierung sind wir fokussierter und selbstbewusster geworden.
Die Kooperative plant, ihre Herde auf 200 Hühner zu erweitern und sich als Eierlieferantin auf der Insel zu etablieren. Es klingt klein. In einem Dorf ohne regelmäßige Versorgungskette ist es das nicht.
Parallel haben die Männer die Vatuvula Cooperative gegründet. Ihr Ziel: ein Dorfladen, der den Zugang zu Grundgütern verbessert und verhindert, dass Geld aus der Gemeinschaft abfließt. Die Aufteilung in zwei Kooperativen war eine bewusste Entscheidung. Jede Gruppe konzentriert sich auf ihre Stärken, aber das Ziel ist dasselbe: weniger Abhängigkeit, mehr Kontrolle über den eigenen Alltag.
Zusätzlichen Rückenwind gibt die Auswahl Lekanais als Pilotstandort für ein ländliches Wohnungsbauprogramm des Ministeriums für ländliche Entwicklung. Die Bewohner betrachten das als Anerkennung und als Verantwortung zugleich.
Für die Frauen von Lekanai ist die Registrierung mehr als ein Verwaltungsakt. Sie ist ein Zeichen, dass Zusammenarbeit irgendwann in Form kommt. Und Form hält.