Selena Mercado kam 2008 zur Cooperativa Cafetalera Sanmarqueña, kurz COCASAM. Sie füllte Säcke, setzte Setzlinge um, arbeitete in der Baumschule. Alles Aufgaben, die wenig sichtbar sind. Über die Jahre lernte sie, Kaffee nach Qualität zu sortieren, eine Arbeit, die technisches Wissen und Präzision erfordert. Seit fünf Jahren ist sie Festangestellte und bedient den Gabelstapler in der Aufbereitungsanlage. Eine Position, die bis vor kurzem ausschließlich Männer besetzten.
Sie sagt: Wir alle haben das Recht zu lernen. Als der Gabelstapler kam, hatte ich keine Angst. Früher musste der Kaffee mit reiner Körperkraft bewegt werden. Jetzt geht es schneller und sicherer.
COCASAM wurde 1988 von 16 Kleinbauern auf dem Botija-Bergrücken im Süden von Honduras gegründet. Die Kooperative produziert biologischen Spezialitätenkaffee auf Höhenlagen zwischen 1.200 und 1.600 Metern. Die gesamte Ernte wird auf internationalen Märkten verkauft. 160 Mitglieder hat die Kooperative heute, 61 davon sind Frauen.
María Rutilia Mendoza ist Produzentin und Sekretärin des Aufsichtsrats. Sie erinnert sich, wie die Familien früher ihren Kaffee an Zwischenhändler abgaben. Durch die Organisation haben wir den wirtschaftlichen Wert des Kaffees gesteigert, und das erlaubt uns, unsere Familien zu unterstützen, sagt sie.
Ana Julia Ríos erzählt eine andere Geschichte. Als ihr Mann starb, gab ihr die Kooperative die Möglichkeit zu arbeiten und ihre fünf Kinder zu versorgen. Heute zahlt sie mit dem Verdienst auch das Insulin, das sie für ihre Diabetes braucht.
Auf dem Botija-Bergrücken ist der Wald geschützt. Die Bauern können ihre Flächen nicht vergrößern. Also konzentrieren sie sich auf Qualität. Und auf die Frage, wer diese Qualität sicherstellt, ist die Antwort in San Marcos de Colón inzwischen eine andere als vor zwanzig Jahren.