India

Indien: 158 Millionen Haushalte haben jetzt fließendes Wasser

Als die Jal Jeevan Mission 2019 startete, hatten nur 17 Prozent der ländlichen Haushalte einen Wasseranschluss. Heute sind es über 80 Prozent. Die Zahlen dieser Woche zeigen, was passiert, wenn ein Land seine Dörfer nicht vergisst.

Im August 2019 kündigte die indische Regierung ein Programm an, das so klang, als sei es zu groß, um zu funktionieren. Jal Jeevan Mission, auf Deutsch etwa: Wasser-Lebens-Auftrag. Ziel: Jeder ländliche Haushalt im Land soll einen eigenen Wasseranschluss bekommen. Nicht irgendwann. In wenigen Jahren.

Damals hatten nur etwa 17 Prozent der ländlichen Haushalte in Indien fließendes Wasser. Der Rest holte Wasser aus Brunnen, Flüssen, Tanks oder von Gemeinschaftszapfstellen, die nicht immer funktionierten. Frauen und Mädchen trugen die Last. Wer Wasser holt, lernt nicht. Wer Wasser holt, arbeitet nicht. Wer Wasser holt, hat weniger Zeit für alles andere.

Stand Januar 2026 haben laut dem zuständigen Minister mehr als 157,9 Millionen ländliche Haushalte von insgesamt 193,6 Millionen einen funktionierenden Wasseranschluss. Das sind über 80 Prozent. Seit 1990 ist die Zahl der Todesfälle durch unsauberes Trinkwasser in Indien um mehr als 80 Prozent gesunken.

Das Programm hat nicht nur Rohre verlegt. Es hat Dorfkomitees eingesetzt, die die lokale Umsetzung steuern. Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie am besten wissen, wo der Bedarf am größten ist. Das Ergebnis ist kein Zentralprojekt, das von oben kommt. Es ist ein Netz aus Hunderttausenden von lokalen Entscheidungen.

Zusätzlich hat die Mission ein öffentliches Portal eingerichtet, auf dem jeder Dorf für Dorf die Wasserqualität einsehen kann. Transparenz als Werkzeug, nicht als Versprechen.

Indien ist ein Land mit 1,4 Milliarden Menschen. Die Vorstellung, dass dort fast jeder ländliche Haushalt innerhalb weniger Jahre einen Wasseranschluss bekommt, klingt abstrakt. In Wirklichkeit bedeutet es, dass Millionen von Mädchen morgens nicht mehr loslaufen müssen. Das ist nicht abstrakt. Das ist ein Morgen, der anders beginnt.

Sources

  1. https://jaljeevanmission.gov.in/